Apartheid – Rassismus
BeschreibungAlle Menschen sind gleich
Nur wir machen uns zu schlechteren oder besseren Menschen
Wir lassen uns in eine Rolle pressen, ohne groß nachzudenken, warum überhaupt 
Ablauf der Morgenrunde
1. PunktLied 
2. PunktEinstiegsgedicht
When I’m born, I’m black.
When I go out in the sun, I’m black.
When I’m sick, I’m black.
When I feel cold, I’m black.
When I’m dead, I’m black.

When you’re born, you’re purple.
When you go out in the sun, you’re red.
When you’re sick, you’re green.
When you fell cold, you’re blue.
When you’re dead you’re white.
And you’ve the fuckin’ nerve to call me colored ?

Wenn ich geboren werde, bin ich schwarz.
Wenn ich mich sonne, bin ich schwarz.
Wenn ich krank bin, bin ich schwarz.
Wenn mir kalt ist, bin ich schwarz.
Wenn ich tot bin, bin ich schwarz.

Wenn Du geboren wirst, bist Du lila.
Wenn Du dich sonnst, bist Du rot.
Wenn Du krank bist, bist Du grün.
Wenn Dir kalt ist, bist Du blau.
Wenn Du tot bist, bist Du weiß.
Und Du nimmst Dir das verdammte Recht raus, mich farbig zu nennen ? 
3. PunktGeschichte
Ein Zug kann an in der großen Stadt in Südafrika. Der Zug hatte zweierlei Wagen: Wagen für Menschen mit weißer Haut und Wagen für Menschen mit anderer Haut, schwarzer, brauner oder gelber.
Viele Leute stiegen aus. Ein Junge war dabei, der hatte eine fast schwarze Haut. Er kam mit seinen Eltern, sie wollten in der großen Stadt bleiben. Bis jetzt hatte sie in einem Dorf gewohnt, und der Junge war noch nie in einer großen Stadt gewesen. Er war sechs oder sieben Jahre alt.
Der Vater trug die Kiste mit den Küchensachen auf den Schultern. Die Mutter hatte das Schwesterchen im Rückentuch, und auf dem Kopf trug sie das Bündel mit dem Bettzeug. Der Junge nahm den Korb, aus dem sie unterwegs gegessen hatten. Jetzt war der Korb leer.
Der Junge staunte über den Bahnhof mit den vielen Gleisen und dem riesigen Dach darüber. Er staunte über das große Bahnhofshaus und die vielen Häuser dahinter. Häuser so hoch wie Berge! Im Gedränge auf dem Bahnsteig verlor der Junge seine Eltern. Er lief dorthin, wo er sie zuletzt gesehen hatte. Sie waren fort. Er lief weiter und kam zu einer Treppe, die führte unter die Erde. Der Junge hatte Angst, da hinunter zu gehen, aber die vielen Leute schoben ihn weiter.
Im Tunnel unten fürchtete er sich noch mehr, aber dann kam er über eine andere Treppe wieder nach oben. Er stand jetzt vor dem Bahnhofshaus.
Viele Leute gingen hier durch eine hohe Tür. Aber als der Junge auch durch diese Tür in das Bahnhofshaus gehen wollte, hielt ihn jemand von hinten fest und sagte: „Nur für Weiße!“ Der Junge drehte sich um und sah einen Mann mit schwarzer Haut, der hatte einen Karren voller Koffer und Taschen. Der Mann zeigte auf ein Schild über der Tür. Er lächelte dem Jungen zu, und dann schob er den Karren weiter.
Der Junge ging durch eine andere Tür. Er kam in einen Saal mit vielen Tischen. Dort saßen Leute, die aßen und tranken. Der Junge wollte seine Eltern an den Tischen suchen. Aber ein Mann mit heller Haut kam zu ihm und schrie ihn an und riss die Tür wieder auf. Der Junge verstand, dass er hinausgehen sollte. Draußen an der Hauswand stand ein Bursche mit dunkler Haut. Der fragte den Jungen: „Du bist wohl vom Land ? Hast du das Schild nicht gesehen? Nur für Weiße, du kleine Ratte!“ Der Junge starrte ihn an, und dann lief er schnell den Bahnsteig entlang.
Nirgendwo sah er die Eltern.
Er setzte sich auf eine Bank. Er wollte hier auf die Eltern warten. Sie würden ihn suchen, das wusste er. Aber da kam der Mann mit dem Karren wieder. Der Karren war jetzt leer. Der Mann blieb stehen und sagte: „Tut mir leid, Junge, aber hier darfst du nicht sitzen. Die Bank ist nur für Weiße.“
Und er zeigte auf die Schrift an der Rückenlehne.
„Ich kann nicht lesen“, sagte der Junge. Und ich bin müde.“
Dann erzählte er dem Mann, dass er die Eltern verloren hatte.
Der Mann sagte: „Ich habe jetzt Zeit, ich suche deine Eltern. Gib du solange auf den Karren acht. Setz dich drauf !“ Er schob den Karren mit dem Jungen bis ans Ende vom Bahnsteig. Dort war eine junge Frau mit dunkler Haut, die hatte einen Korb voller Flaschen. Der Mann kaufte bei ihr eine Flasche Limonade, die gab er dem Jungen, und dann ging er fort.
Der Junge saß auf dem Karren und betrachtete die Flasche. Ein buntes Bild von Apfelsinen und Zitronen war darauf und im Flaschenhals steckte ein Strohhalm. Bis jetzt hatte der Junge nur zweimal in seinem Leben Limonade aus einer Flasche getrunken. Das war, als seine Eltern ihn zum Markttag in ein großes Dorf mitgenommen hatten.
Gerade wollte der Junge den ersten Schluck trinken, da sah er ein kleines Mädchen am Karren stehen. Es hatte ein rosa-weißes Gesicht und ganz helle Haare. Sein Kleid war weiß, und sogar seine Schuhe waren weiß. Es war noch sehr klein, fast so klein wie das Schwesterchen.
Das Kind stand auf den Zehenspitzen und hielt sich mit einer Hand am Karren fest. Die andere Hand streckte es nach der Flasche aus. Der Junge erschrak. Hier war alles nur für Weiße: Das Bahnhofshaus, der Saal mit den Tischen zum Essen und Trinken und die Bank zum Ausruhen.
Also gab er dem weißen Kind seine Limonadenflasche. Das Kind lachte und nahm gleich den Strohhalm in den Mund und trank. Der Junge auf dem Karren beugte sich weit vor und sah zu, wie es schluckte und schluckte und wie die Limonade in der Flasche immer weniger wurde.
Auf einmal war eine weiße Frau da, die schimpfte, und riss dem kleinen Mädchen die Flasche aus der Hand und warf sie in den Papierkorb. Der Limonadenrest tropfte durch die Drahtmaschen auf das Bahnsteigpflaster.
Die weiße Frau fragte den Jungen etwas, sie fragte immer wieder dasselbe. Er konnte aber ihre Sprache nicht verstehen. Die dunkle Frau mit dem Flaschenkorb kam dazu. Sie sagte zu dem Jungen: „Sie will wissen, ob du auch von der Limonade getrunken hast, ob du den Strohhalm im Mund gehabt hast.“ Der Junge schüttelte den Kopf. „Nein“, sagte er. Er verstand nicht, weshalb die weiße Frau das wissen wollte. Sie nahm jetzt das Kind an die Hand und ging fort. Aber das kleine Mädchen riss sich los und lief allein weiter. Es wackelte, es konnte noch nicht gut laufen. Plötzlich rutschte ihm das Höschen herunter, es stolperte und fiel hin, nach vorn auf die Hände. Die weiße Frau hob es auf und trug es fort.
Der Junge auf dem Karren gluckste vor Lachen. „Hast du das gesehen ?“ fragte er die Frau mit dem Flaschenkorb.
„Man lacht nicht, wenn ein kleines Kind hinfällt“. sagte sie. „Es war hinten ganz rosa!“ rief der Junge. Er konnte kaum sprechen, so musste er lachen. „Wie die Affen im Busch! Ganz rosa hinten!“ „Sei still!“ sagte die Frau. „Was dachtest du denn? Sie sind überall hell, nicht nur im Gesicht.“
Dann ging sie schnell weiter.
Jetzt sah der Junge seine Eltern kommen. Er sprang auf, er stand auf dem Karren und schwenkte die Arme und schrie ihnen entgegen: „Sie haben einen Affenhintern! Nur für Weiße! Nur für Weiße! Einen Affenhintern haben sie, einen rosa Affenhintern!“ Und die dunklen Menschen auf dem Bahnsteig, die seine Sprache verstanden, lachten alle. Aber sie versteckten dabei ihre Gesichter hinter ihren Händen. oder sie drehten sich um zur Hauswand, und niemand lachte laut wie der Junge auf dem Karren. 
4. PunktGedanken
Der Junge hat sich mit seiner Rolle abgefunden. Gibt sogar die Limo ab und wird von den anderen Farbigen sogar ermutigt, sich wie sie in ihr Schicksal zu fügen.
Ganz ungefangen, teilweise verwirrt, respektvoll, aber am Ende doch unterwürfig, reagiert der Junge auf die Gegebenheiten.
Er hat das Gefühl, dass die Weißen bessere Menschen sind und stellt am Schluss fest, das diese eigentlich wie Affen aussehen und somit ganz normal sind.
Die Leute auf dem Bahnsteig haben zwar etwas zu lachen, haben aber Angst. Sie stimmen der Grundaussage zu. 
5. PunktLied