
| Gebet für die Opfer der Ungerechtigkeit | |
| Kategorie | Gebete |
| Inhalt | Vater! Wie sollte ich in meinem Gebet nicht an die gesamte Menschheit denken, da doch dein göttlicher Sohn, unser Bruder Jesus Christus sein Blut vergossen hat für alle Menschen alle Länder, aller Zeiten? Doch erlaubt mir, Herr, ein besonderes Gebetsgedenken für mein Volk, die Welt ohne Stimme. Es gibt Tausende und Abertausende von menschlichen Geschöpfen - in den armen Ländern und in den armen Gebieten der reichen Länder - ohne Recht, ihre Stimme zu erheben, ohne Möglichkeit, sich zu beklagen, zu protestieren, wie gerecht auch immer die Rechte seien, die sie zu verteidigen haben. Die Unbehausten, die ohne Essen, die ohne Kleider, die ohne Gesundheit, die ohne ein Minimun von Erziehungsmöglichkeiten, die Arbeitslosen, die Zukunftslosen, die Hoffnungslosen. Sie laufen Gefahr, in Fatalismus zu verfallen, sie verlieren den Mut, sie verlieren die Stimme, sie werden zu Menschen, der Stimme beraubt. Wenn wir alle, die an dich glauben, unseren reichen Brüdern, den Privilegierten, geholfen hätten, indem wir ihnen die Augen geöffnet, ihr Gewissen aufgerüttelt hätten, wären die Ungerechtigkeiten nicht so weit fortgeschritten, wäre der Abstand zwischen Arm und Reich nicht so himmelschreiend, nicht nur zwischen Einzelnen und Gruppen, sondern auch zwischen Ländern und selbst zwischen Kontinenten. Bewirke, Herr, das, was wir nicht zu tun verstanden und was wir nicht zu tun verstehen. Wie schwer ist es, über die Schranken die Hilfsaktionen, der Geschenke, der Fürsorge hinauszugehen und vorzudringen zum Gebiet der Gerechtigkeit! Die Privilegierten sind gereizt und glauben sich schlecht beurteilt, sie entdecken Subversion und Kommunismus im demokratischsten, im menschlichsten, im christlichsen Verhalten! |
| Quelle | Dom Helder Camara |
| www.yadooda.de | |