Gebet für die Opfer der Ungerechtigkeit
KategorieGebete 
InhaltVater!
Wie sollte ich in meinem Gebet
nicht an die gesamte Menschheit denken,
da doch dein göttlicher Sohn,
unser Bruder Jesus Christus
sein Blut vergossen hat
für alle Menschen
alle Länder, aller Zeiten?
Doch erlaubt mir, Herr,
ein besonderes Gebetsgedenken
für mein Volk,
die Welt ohne Stimme.
Es gibt Tausende und Abertausende
von menschlichen Geschöpfen -
in den armen Ländern
und in den armen Gebieten der reichen Länder -
ohne Recht, ihre Stimme zu erheben,
ohne Möglichkeit, sich zu beklagen, zu protestieren,
wie gerecht auch immer die Rechte seien,
die sie zu verteidigen haben.

Die Unbehausten, die ohne Essen,
die ohne Kleider, die ohne Gesundheit,
die ohne ein Minimun von
Erziehungsmöglichkeiten,
die Arbeitslosen, die Zukunftslosen,
die Hoffnungslosen.
Sie laufen Gefahr,
in Fatalismus zu verfallen,
sie verlieren den Mut,
sie verlieren die Stimme,
sie werden zu Menschen, der Stimme beraubt.

Wenn wir alle, die an dich glauben,
unseren reichen Brüdern, den Privilegierten,
geholfen hätten,
indem wir ihnen die Augen geöffnet,
ihr Gewissen aufgerüttelt hätten,
wären die Ungerechtigkeiten nicht so weit fortgeschritten,
wäre der Abstand zwischen Arm und Reich
nicht so himmelschreiend,
nicht nur zwischen Einzelnen und Gruppen,
sondern auch zwischen Ländern
und selbst zwischen Kontinenten.

Bewirke, Herr,
das, was wir nicht zu tun verstanden
und was wir nicht zu tun verstehen.
Wie schwer ist es, über die Schranken
die Hilfsaktionen, der Geschenke, der Fürsorge
hinauszugehen und vorzudringen zum Gebiet
der Gerechtigkeit!
Die Privilegierten sind gereizt
und glauben sich schlecht beurteilt,
sie entdecken Subversion und Kommunismus
im demokratischsten, im menschlichsten,
im christlichsen Verhalten! 
QuelleDom Helder Camara