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| |  | PREDIGTGESPRäCH |  | | | | Übersicht / Predigt | | | | |
| Inhalt | Rüdiger und Marius sitzen schon seit Kirchbeginn auf ihrem Sofa und schauen erst fern. Sie widmen sich der Sendung "paff". Bis nach dem Evangelium bleiben sie sitzen. Dann schalten sie die Glotze aus unterhalten sie sich.
Im weiteren Verlauf gesellt sich Hochwürden dazu und erzählt aus seinem bewegtem Leben.
Rüdi: So, ich mach' jetzt mal den Fernseher aus. Nach dem ganzen Talkshowkram und ähnlicher leichter Berieselung kann ich 'ne Stärkung gebrauchen.
Marius: Mir ist der Appetit vergangen. Irgendwie fühl' ich mich nicht mgut. Hast Du nicht die Einblendungen gesehen ?
Rüdi: Du meinst die neusten News aus dem Kosovo ?
Marius: Ja, oder hast Du vielleicht andere gesehen ?
Rüdi: Ach, weißt Du, sobald ich "Kosovo" lese, schalt ich sofort ab. Das ganze ist viel zu weit weg. Ich meine, was geht mich das an, wenn sich da ein paar Verrückte irgendwo in Timbuktu die Köpfe einschlagen ? Das ist mir doch egal ! Solange es bei uns gut läuft und die nicht herkommen und hier rumballern...
Marius: Sag mal, hast Du denn kein Mitgefühl? Also ich finde das schrecklich. Täglich passiert in der Welt so viel Schreckliches und wir sind hautnah dabei. Schon mittags kann man im Fernsehn Bilder von Toten, Verletzten und Leidenden anschauen.
Rüdi: Ist doch gut. Ich sag mal so : wenn mich so was interessieren würde, wollte ich auch in der ersten Reihe dabei sein und wissen, wie es wirklich abgeht. Man kann doch nicht über etwas reden, von dem man keinsterlei Ahnung hat, oder ?
Marius: Das stimmt, aber ist dir das noch nicht ausgefallen ? Du guckst die Tagesschau. Und fast die Hälfte der Sendung wird mit Berichten vom Krieg im Kosovo gefüllt. Danach kommt dann die Didi-Hallervorden-Lachshow. Das ist ja wohl eine tolle Moral ! Oder noch besser : Guck mal die Piraten, ähm, Privaten an. Da kommt ein Bericht über das Flüchtlingselend im Kosovo. Über Menschen, die verhungern oder erfrieren, oder einfach nur aus Erschöpfung sterben. Und dann - zack : "Wir machen kurz eine Pause !". Und dann kommt Werbung für Chappi. Also irgendwo ist unsere Welt schon pervers !
Rüdi: Nun ja, aber uns geht das Ganze doch gar nicht so viel an. Ich mein, die sind doch ewig weit weg. Und wir können doch nicht unseren ganzen Lebensstil an irgendwelche Katastrophen oder Krieg, die auf der Welt stattfinden, anpassen. Dann dürften wir ja gar nicht mehr lachen oder fröhlich sein.
Marius: Das will doch auch gar nicht, aber wir sollten uns bewußt sein, daß wir in Frieden leben und sollten dafür dankbar sein. Ich glaube Du willst sicherlich nicht, zwei Wochen lang durch eine 2000m hohe Gebirgsregion fliehen.
Rüdi: Nein, das will ich nicht. Ich muß Dir außerdem recht geben : ich hab's mir gerade überlegt. Die Werbung nach Berichten über Kriege sind ziemlich dekadent. Mir ist gerade noch was eingefallen : Kennst Du diesen CNN-Klon n-TV ? Da ist das ähnlich : Es werden Berichte über Massenerschießungen gezeigt und unten läuft ein Ticker mit dem Stand der Deutschen-Bank-Aktien durch. Ich finde, ma muß Rücksicht auf die Themen nehmen.
Marius: Das will ich sagen. Es halt ein Problem unsere Zeit, daß immer mehr Gewalt auf uns hereinstürzt. Überall ist sie zu sehen und wahrscheinlich ist sie für den Großteil aller Bundesbürger schon alltäglich und wird gar nicht mehr so wahrgenommen, wie sie eigentlich ist, nämlich als etwas, was verachtet und geächtet werden muß. Du mußt Dich nur mal bei Kindern umschauen. Die reagieren heutzutage viel aggressiver als damals.
Rüdi: Ach, aber Kinder haben sich schon immer gehänselt und haben sich auf irgendeine Art und Weise vermöbelt.
Marius: Das mag sein, aber damals hat man nicht noch, wenn jemand schon hilflos auf dem Boden liegt, eine reingeschlagen und das noch ins Gesicht !
Rüdi: Und was meinst Du, denken die dabei ?
Marius: Nix. Die sind so aufgewachsen. Schau mal nach Amerika, da haben doch so zwei Jugendliche in ihrer Schule Amok gelaufen. 14 Mitschüler sind gestorben. Ich bin mir sicher, daß erstens das noch nicht der Höhepunkt war - in den letzten drei Jahren waren in USA 10 solche Fälle - und daß zweitens : Wenn ich an der Schule Waffen erlauben würde, würden innerhalb von zwei Stunden die Hälfte der Schüler tot oder verletzt sein. Wir fragen mal den Hochwürden, was er erlebt hat. Der unterrichtet ja in der Grundschule.
Ginter: ( Hier kommen die drei Stories aus der Schule )
Marius: Da sieht man mal, wie gewaltbereit unsere Gesellschaft ist. Das ist schon ein großes Problem. Unsere Gesellschaft fördert die Gewalt. Sie ist allgegenwärtig. Sei es im Fernsehn, in den Zeitungen oder auf der Straße.
Rüdi: Irgendwie führt jeder seinen eigenen Krieg. Das bedeutet er übt Gewalt aus. Ein Opfer ist leicht gefunden :der Klassenkamerad, der Lehrer, der Typ, der komisch redet, der Nachbar oder sogar die Eltern.
Marius: Wir sollten - nein wir müssen unseren Kinder klarmachen, was es bedeutet, Krieg zu führen. Wir haben bei uns vor 50 Jahren noch Krieg gehabt - und das war auch mit viel Elend verbunden. Wir können froh sein, daß wir in Frieden leben und das müssen wir uns und den nachfolgenden Generationen bewußt machen. Gewalt und Krieg darf nichts alltägliches werden.
Ginter: Ja, aber Gewalt und Krieg sind alltäglich. Überall auf der Welt gibt es Konfilikte, Krieg und Konfrontationen. Und wie Ihr vorher meintet, jeder führt seinen eingenen Krieg. Gegen den Klassenkamerad zum Beispiel. Wir sind mitten drin im Krieg.
Rüdi: Das stimmt ! Lösungen sind sicherlich schwer zu finden, aber wir müssen es versuchen.
Marius: Ich kenne da so ein Lied, das erzählt, wie es früher war, mit den Krieg und wie das abgelaufen ist. Das Wesen des Krieges hat sich in der Geschichte der Menschheit nicht verändert. Deswegen finde ich, daß dieses Lied heute auch noch sehr gut paßt. Es heißt „Es war an einem Sommertag“. Singen’s wir doch einfach mal....
| | | | Eingetragen am 5.5.2002 | | | | Bewertungen | | Leider noch keine Bewertungen | | | | | Kommentare zu diesem Material | | Leider noch keine Kommentare |
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